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Berliner Zeitung 21.10.2008 Lichtenberg muss 9,2 Millionen Euro streichen. LICHTENBERG. Die Nutzer der vier Lichtenberger Bibliotheken müssen auch 2009 mit dem jetzigen Bücherbestand auskommen. Aus Kostengründen kürzt der Bezirk den Etat von 400 000 auf 50 000 Euro. Die Folge: Neue Bücher werden nicht gekauft, das Geld reicht nur noch für Zeitungsabos sowie die Bestseller-Listen-Bücher. Die Senkung des Büchergeldes ist einer von vielen Einschnitten, vor denen der Bezirk im kommenden Jahr steht. 9,2 Millionen Euro muss Lichtenberg zusätzlich streichen - wenig bei einem Gesamthaushalt in Höhe von 551 Millionen Euro, aber viel, wenn man bedenkt, dass der Bezirk nur über 30 Millionen Euro wirklich frei verfügen kann.
Am Freitag vergangener Woche haben sich die Mitglieder des Haushaltsausschusses des Bezirksparlaments darauf geeinigt, an welchen Stellen gekürzt werden soll. Betroffen sind praktisch alle Bereiche. So wird die Sanierung des Daches der Volkshochschule verschoben, der Etat für die Schulstationen wird gekürzt, so dass diese in den Ferien geschlossen bleiben. Für die Pflege der Grünflächen gibt es nur noch 850 000 statt 1,2 Millionen Euro, das Bürgeramt am Anton-Saefkow-Platz wird geschlossen, statt dessen wird ein mobiles Bürgeramt zwei Mal wöchentlich in der Bibliothek Station machen. Doch nicht nur die Einwohner des Bezirks sind von den Sparplänen betroffen, auch die Mitarbeiter der Verwaltung. 100 000 Euro für Büromaterial werden gestrichen, 200 000 Euro sollen zusammenkommen, weil Beförderungen verschoben werden. Die so genannte Gleitzeit von 6 bis 19 Uhr, während der die Mitarbeiter ihren Dienst verrichten können, soll verkürzt werden auf 6.30 bis 18 Uhr. "Auf diese Weise müssen wir auch die Büros nicht so lange beheizen", sagt die haushaltspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, Hendrikje Klein. Kostenersparnis im kommenden Jahr: weitere 200 000 Euro. Über die Sparvorschläge des Ausschusses wird am Donnerstag das Bezirksparlament abstimmen. Linke und SPD erklärten gestern, für das Sparpaket stimmen zu wollen. Sie haben gemeinsam die Stimmmehrheit im Bezirksparlament. Claudia Fuchs |