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"Das pulsierende Berlin droht zur langweiligen Großstadt zu werden"

...so titelt Trouw.

Ich sprach mit der niederländischen überregionalen Tageszeitung über Berlin am Beispiel der Rummelsburger Bucht - Mein Kiez.

 

Jeden Tag mache ich mir Gedanken darüber, wie Berlin sich verändert. Vieles, das mir lieb war, ist weg. Dazu gehört sogar meine Schule, aber auch Clubs, Jugendfreizeiteinrichtungen, Grünflächen, Freizeitsportflächen, der Lieblingsimbiss, Sozialwohnungen, Wagenplätze, Lieblingsbäcker und meine Hausärztin.

"Die Transformation der Rummelsburger Bucht, so Klein, symbolisiere eine Stadt, die weiterbaue, ohne sich aber wirklich Gedanken darüber zu machen, was die Menschen in der Stadt brauchen. „Bauen wir diese Stadt nur für reiche Leute und Touristen? Wir brauchen auch für uns selbst attraktive Orte."

Denn vor allem wird was gebaut? Teure Wohnungen, die noch nicht mal nachhaltig sind, riesige Malls, Hochäuser die die U-Bahntunnel zum absacken bringen (siehe aktuell U2), Hotelklopper, irgendwelche möchtegern Hipster-Spaces, Büros, Büros, Büros und eben so ein Wasserhaus an der Rummelsburger Bucht mit Korallen anfassen und Hotelzimmern mit Blick auf das Wasser. Der gemeine Berliner hat in der Regel keinen Zugang zu diesem Betongold. Na und die Berlinerin erst recht nicht.

Matthias Bernt, kommissarischer Leiter des Forschungsschwerpunkts „Politik und Planung“ am Institut für Sozialwissenschaften der Humboldt-Universität zu Berlin, wurde ebenfalls von der Zeitung befragt. Er sagt ua folgendes:

"Kann eine Stadt tatsächlich verhindern, dass Leerstände verschwinden und die Mieten in die Höhe schießen? Bernt glaubt, dass Berlin mehr hätte tun können, um sicherzustellen, dass Orte nicht gentrifiziert werden. „Der politische Wille ist jetzt größer als früher, etwas an der Situation zu ändern, aber die Stadt hat immer noch nicht so viel Geld, um wirklich etwas zu verbessern“, sagt er. „Es wurden auch etliche Rechtsmittel versucht, etwa die Einführung eines Mietendeckels, aber dem hat die Bundesregierung einen Riegel vorgeschoben.“

Ich übertreibe bestimmt etwas. Aber ich sehe 90 Prozent Mist und vielleicht 10 Prozent Gelungenes, wie genossenschaftliches Bauen oder auch mal ein Spielplatz und natürlich unsere schönen neuen Schulen, das Dragoner Areal lässt mich ebenfalls hoffen. Raum für Alternativen gibt es keinen mehr. Ich habe so viele Anfragen von Initiativen bzw Verdrängten wie Kleingewerbe, Clubs, Wagenplätze, Mieter:innen, kleinen Baugruppen, Vereinen, Trägern und die eigene Verwaltung, die Liste ist lang, die Möglichkeiten sind gering.

Wir in der Berliner Politik müssten dafür viel mehr tun. Sonst:

"Berlin muss aufpassen, dass es nicht langweilig wird.“

„Viele Versuche, noch ein paar Freiräume zu retten, werden wohl scheitern. Dieser Kampf ist verloren, Berlin muss aufpassen, dass es nicht zu einer langweiligen Stadt wird.“
Hendrikje Klein am 9. November in der niederländischen Zeitung „Trouw“

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